Ausstellung zu Franz und Franziska Jägerstätter

20.09.2025 | Die Eheleute und das Martyrium des Gewissens

Die Kulturinitiative e.V. lädt vom 13.9. bis 20.10.2025 zu einer Ausstellung zu Franz und Franziska Jägerstätter in der Stadtkirche Bruchsal ein. Ausstellungseröffnung ist am 21.9. um 9.00 Uhr mit einer hl. Messe, anschl. führt die Journalistin und Jägerstätter-Biografin Erna Putz in die Ausstellung ein. Der Film "Ein verborgenes Leben" am 26.9. um 19.00 Uhr im Vinzentiushaus und Führungen runden die Ausstellung ab.        

„Franz und Franziska: Es gibt keine größere Liebe. Die Eheleute Jägerstätter und das Martyrium des Gewissens“

 
Wer ist dieses Ehepaar, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts an der Grenze zu Bayern in Radegund lebte? Wer ist dieser Franz, der aus dem Wehrmachtsuntersuchungsgefängnis 1943 schreibt:
 
„Wenn ich die Briefe auch mit gefesselten Händen schreibe, ist das immer noch besser,
als wenn der Wille gefesselt wäre“.
 
Kann Franz’ Entscheidung, nicht für die Ideale der Nationalsozialisten zu kämpfen, wie damals auch heute unser Gewissen erschüttern und wachrütteln? An welche Fragen rührt sein und ihr gemeinsames Leben, das 1943 mit seinem Tod endete und ihr Leben zum weißen Martyrium werden ließ? Hat er seine Familie zu wenig geliebt und dafür das Martyrium gesucht?
 
Und wie soll man heute angesichts der rechten und linken Ideologisierungen des Lebens als Christ Stellung beziehen? Was bedeutet es, „Christus zu gehören“ und was bedeutet es, den Glauben immer und überall zu leben und zu bezeugen, auch in widrigen, feindlichen Umständen?
Mit solchen Fragen konfrontiert uns die Ausstellung.
 
Die Geschichte von Franz und Franziska ist jedoch, noch bevor sie die dramatische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus ist, in erster Linie eine Liebesgeschichte. Eine Liebe, die mit Freude angefüllt und durch Leid geprüft wurde. Sie provoziert die Frage: Gibt es eine Verbindung zwischen Matrimonium und Martyrium, zwischen Ehe und Zeugenschaft?  
 
 
Ihre eheliche Verbundenheit erreicht ihren Höhepunkt in der gemeinsamen Bereitschaft, das größte Opfer zu bringen, nämlich die endgültige Trennung in der Erwartung, in der Ewigkeit wieder vereint zu sein. Eine Liebe, die fähig war, den anderen loszulassen, damit sich sein Schicksal voll entfalten kann, wie Paul Claudel in „Die Verkündigung an Maria“ schreibt:
„Darauf gründet die Freude, darauf gründet die Freiheit, darauf die Gnade, darauf die ewige Jugend! [...] Was ist die Welt, gemessen am Leben, und was dieses Leben, wenn nicht, um verschenkt zu werden?“
 
Was ist das für eine Liebe, die in dem johanneischen Spruch seine Verifizierung fand: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.“
 
Die Ausstellung wird von der Kulturinitiative e.V. Mitte September bis Mitte Oktober nach Bruchsal in die Stadtkirche gebracht und kann in Kooperation mit der Seelsorgeeinheit, dem Bildungswerk und Caritas und der Fachschule Sancta Maria gezeigt werden.