SINNeserfahrungen und SINNsuche

30.04.2026 | Sinnestage der Pia 2 - Teil 1

Im zweiten Jahr der praxisorientierten Ausbildung stehen am Sancta die Sinnestage an. Hierzu wird die Pia 2 von den Lehrkräften Herr Handschuh und Frau Lange an zwei aufeinanderfolgenden Dienstagen mit Impulsen versorgt und bei den individuellen Sinneserfahrungen begleitet.

Ziel ist es, dass die Pia 2 Möglichkeiten zur praktischen Vertiefung der im Unterricht erarbeiteten theoretischen Grundlagen über die Sinne des Menschen erhält.
 
„Nichts ist im Verstand, was nicht zuvor in den Sinnen war.“ (John Locke)
 
Sinne sind die Grundlage menschlicher Wahrnehmung. Sie ermöglichen es uns, Informationen aus unserer Umwelt aufzunehmen, zu verarbeiten und darauf zu reagieren. Kinder begreifen die Welt mit allen Sinnen. Deshalb ist es besonders wichtig, eine Vielzahl an unterschiedlichen Sinneserfahrungen in die pädagogische Arbeit einzubauen, um nachhaltiges Lernen zu fördern.
 
Gemeinsam starteten wir am Morgen in der Aula und wiederholten die wichtigsten Punkte der bereits erlernten Theorie. Einige Schülerinnen berichteten dabei über eigene Erfahrungen und neue Blickwinkel auf die Arbeit mit Sinneserfahrungen im Kindergarten. Die gestaltete Mitte der Lehrkräfte diente als Impuls zur symbolischen Zuordnung der einzelnen Sinne zu einem Gegenstand. Nach dem Austeilen deutscher Sprichwörter philosophierten wir über deren Bedeutungsherkunft und erarbeiteten den Zusammenhang von Sprache, Emotionen und Sinneswahrnehmung. In der deutschen Sprache kommunizieren viele Menschen ihre Emotionen über Sprichworte wie: „Das ist ein süßer Fratz.“ oder „Das ist zum aus der Haut fahren“. Diese greifen auf Sinneserfahrungen zurück und ermöglichen es, Gefühle indirekt auszudrücken.
 
Die Klasse teilte sich nach der Einführung in zwei Gruppen auf. Eine Gruppe durfte mit Herrn Handschuh eine kurze Exkursion durch Kinderaugen wagen. Mit Lupen gewappnet und dem Fokus auf die winzigen Details unserer Welt gerichtet, schlenderten wir durch den blühenden Schulgarten. Zwischen Schnecken, Spinnen und Marienkäfern richteten wir unsere visuelle Wahrnehmung auf die kleinen Wunder unserer Natur. Nach einem kurzen, inspirierenden Austausch im Plenum starteten wir einen Spaziergang in das umliegende Feld. Dabei fokussierten wir unseren visuellen Sinn auf Gegenstände, die uns beim Vorbeigehen inspirierten. Der Spaziergang half uns, aus der Erwachsenensicht des Zweckdenkens in die forschende Perspektive eines Kindes zu wechseln.
 
Wir sammelten auf unserem Weg kleine Schätze: von liegengebliebenem Müll bis hin zu Stöcken, Blüten und Steinen. Zurück im Kunstraum angekommen, verwandelten wir unsere Hosentaschenfunde in Kunstwerke. Die Schülerinnen kreierten Wohnräume für Feen, Miniatur-Selbstdarstellungen, Fabelwesen aus der nordischen Mythologie und gesellschaftskritische Werke. Diese wurden anschließend präsentiert, wodurch den einzelnen Fundstücken im kreativen Prozess ein neuer Sinn verliehen wurde.
 
 
Lara Tiedemann