SINNesgenuss: Sinnestage der PIA 2 - Teil 2
12.05.2026 |
Am zweiten Tag der Sinnestage der Pia 2 stand das ernährungspraktische Arbeiten im Mittelpunkt. Frau Lange bereitete für uns einen abwechslungsreichen Tag voller geschmacklicher Sinneserfahrungen vor.
Zum Einstieg durften wir unsere Willenskraft herausfordern, indem wir ein Stück Schokolade langsam auf der Zunge zergehen ließen, ohne sofort herunterzuschlucken. Dabei schulten wir unsere Achtsamkeit und beobachteten, wie sich der Geschmack von süß zu leicht bitter veränderte.
Anschließend begaben wir uns auf die Suche nach unseren Geschmackssinneszellen. Mit Wattestäbchen testeten wir süße, saure, salzige, umami-haltige und bittere Flüssigkeiten an verschiedenen Stellen der Zunge und markierten die wahrgenommenen Geschmäcker auf einer Zeichnung. Ein abschließender theoretischer Input von Frau Lange und ein Vortrag zweier Schülerinnen bestätigte, dass Geschmackssinneszellen über den gesamte Zunge verteilt sind.
In einem anschließenden Plenumsgespräch beschäftigten wir uns mit unterschiedlichen Essgewohnheiten, die teilweise auf evolutionäre Prozesse und unsere Urinstinkte zurückzuführen sind. Außerdem lernten wir den Begriff der Neophobie kennen. Dieser beschreibt die Zurückhaltung vieler Kinder gegenüber unbekannten Lebensmitteln. Dabei wurde auch ein Bezug zum Fach „Erziehung und Bildung“ gestalten hergestellt: Gerade in Essensituationen ist es wichtig, als pädagogische Fachkraft eine Vorbildfunktion einzunehmen und neue Speisen selbst offen zu probieren.
Weiter ging es mit dem Tasten, Riechen und Schmecken verschiedener Kräuter. Unter Salbei, Bohnenkraut, Rosmarin, Liebstöckl und Zitronenmelisse durfte jede Schülerin ihr Lieblingskraut auswählen und begründen. Manche verbanden bestimmte Düfte mit Saunabesuchen, andere mit Erinnerungen an ihre Großeltern oder an Wanderungen in den Bergen. Zum Abschluss dieses kleinen Kräuterkurses errieten wir mit geschlossenen Augen, welches Kraut uns unsere Partnerin vor die Nase hielt.
Um das Vertrauen in die eigenen Geschmacksknospen und in unsere Partnerinnen zu stärken, verkosteten wir anschließend verschiedene vorbereitete Lebensmittel mit verbundenen Augen. Dabei stellten wir fest, wie intensiv und ungewohnt Geschmack und Konsistenz wahrgenommen werden, wenn der Sehsinn ausgeschaltet ist. Besonders spannend waren die ungewöhnlichen Kombinationen, wie saure Gürkchen mit Schokolade, die oft von einem schelmischen Grinsen der Partnerinnen begleitet wurden.
Bevor wir uns der gemeinsamen Reflexion der vergangenen Sinnestage widmeten, durchliefen wir zusammen mit einer kleinen Eulengeschichte einen Fühlpfad. Dabei versetzten wir uns erneut in die Perspektive von Kindern und erfuhren, wie Sinneserfahrungen im Kindergarten spielerisch in Geschichten eingebettet werden können.
Die Klasse Pia 2 möchte sich herzlich bei Frau Lange und Herrn Handschuh für die sorgfältige Vorbereitung und Durchführung der Sinnestage bedanken.
Oft liegt das Glück in den kleinen Dingen. Wer aufmerksam wahrnimmt, entdeckt im Alltag unzählige Sinneseindrücke, die zum Staunen, Genießen und bewussten Erleben einladen.
Lara Tiedemann













